Was sind Go-Links?

In vielen Unternehmen beginnt die Suche nach einem internen Dokument mit der Frage: „Hat jemand den Link?“ Was folgt, ist eine Suche in Slack, im Intranet, in den eigenen Lesezeichen oder in der letzten E-Mail, in der der Link irgendwann mal verschickt wurde.
Go-Links lösen dieses Problem, indem sie lange interne URLs durch kurze, lesbare Adressen ersetzen, die sich ein ganzes Team teilen kann.
Wie Go-Links funktionieren
Ein Go-Link ist eine kurze URL, die auf eine längere Zieladresse weiterleitet. Statt https://confluence.firma.de/display/HR/Urlaubsantrag-2026-v3-final tippt jemand go/urlaub in die Browserzeile und landet direkt auf der richtigen Seite.
Das Prinzip stammt aus großen Tech-Unternehmen wie Google, wo interne go/-Links schon lange verbreitet sind. Es gibt mittlerweile Tools, die das auch für Teams außerhalb von Big Tech zugänglich machen.
Technisch steckt dahinter ein Redirect-Service: Der Go-Link zeigt auf eine stabile Kurzadresse, und im Hintergrund wird die tatsächliche Ziel-URL aufgelöst. Wenn sich die Zieladresse ändert (weil ein Dokument in ein neues System umzieht), wird nur die Weiterleitung angepasst. Der Go-Link selbst bleibt gleich.
Warum nicht einfach Lesezeichen?
Lesezeichen sind persönlich. Sie existieren nur im Browser einer Person und sind für das restliche Team unsichtbar. Wenn jemand das Unternehmen verlässt, gehen die Lesezeichen mit.
Go-Links sind das Gegenteil: eine gemeinsame Ressource. Wenn jemand go/onboarding einrichtet, können alle im Team diesen Link nutzen. Es entsteht ein geteiltes Vokabular für die wichtigsten Ressourcen im Unternehmen.
Der Unterschied zeigt sich im Onboarding. Statt einer Liste direkter URLs, die veralten kann, bekommen neue Mitarbeiter einige gepflegte Go-Links wie go/handbook, go/orgchart und go/benefits.
Typische Einsatzbereiche
Go-Links werden überall dort nützlich, wo Teams regelmäßig auf dieselben Ressourcen zugreifen.
HR legt go/urlaub, go/reisekosten und go/gehalt an. Damit haben neue Mitarbeiter eine stabile Antwort auf die Frage nach diesen Formularen.
Produktteams nutzen go/roadmap, go/metrics oder go/retro. Vor jedem Meeting tippt jemand den Link und hat die richtige Seite offen, ohne erst in Confluence, Notion oder Jira zu suchen.
IT legt go/vpn, go/passwort und go/ticket an. Das kann Routineanfragen reduzieren, wenn Mitarbeiter die Self-Service-Seiten nutzen.
Für Standorte ohne festen PC-Arbeitsplatz lassen sich Go-Links als QR-Code ausdrucken. Der Code im Pausenraum zeigt auf go/schichtplan, und wer ihn mit dem Handy scannt, landet auf dem aktuellen Plan.
Dynamische Go-Links
Manche Go-Link-Systeme unterstützen Platzhalter in der URL. Statt einen separaten Link für jedes Jira-Ticket anzulegen, erstellt man einen einzigen dynamischen Link: go/jira {ticket-id}. Wer go/jira ABC-123 eingibt, landet direkt auf dem Ticket.
Das funktioniert mit jedem Tool, das eine vorhersehbare URL-Struktur hat: Issue-Tracker, Wikis, Dashboards, Kundenordner.
Geo- und Geräte-Routing
In internationalen Unternehmen kann ein einziger Go-Link je nach Standort oder Gerät auf unterschiedliche Ziele weiterleiten.
go/payroll leitet Mitarbeiter in Deutschland zum deutschen Payroll-Portal und US-Mitarbeiter zu ihrem Anbieter. go/download öffnet den App Store auf dem iPhone und Google Play auf Android. So bleibt der Namespace sauber: ein Link pro Thema, egal wo oder womit jemand arbeitet.
Grenzen
Go-Links ersetzen keine Suchmaschine. Wer nicht weiß, ob ein Go-Link existiert, muss ihn erst finden. Je größer die Link-Bibliothek, desto wichtiger wird eine gute Suchfunktion innerhalb des Systems.
Sie ersetzen auch kein Dokumentenmanagement. Go-Links verwalten weder Versionen noch Zugriffsrechte oder Inhalte.
Und sie funktionieren nur, wenn jemand sie pflegt. Ein Go-Link auf eine Seite, die vor sechs Monaten gelöscht wurde, ist schlimmer als kein Link, weil er Vertrauen in das System untergräbt.
Worauf es ankommt
Zwei wiederkehrende Faktoren beeinflussen, ob Go-Links Teil der Gewohnheiten im Team werden: Benennung und Pflege.
Erstens: Benennung. Go-Links müssen intuitiv sein. go/urlaub funktioniert, go/hr-form-pto-2026-v2 nicht. Das Team muss den Link erraten können, ohne ihn nachschlagen zu müssen.
Zweitens: Pflege. Jemand muss die Links aktuell halten.